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Moderation: Paul Werner Wagner

 

E. Lasker

Samstag, 28. April, 19:30 – 21:00 Uhr

Dr. Michael Negele: Wem gehört ein Schachweltmeister?

Der einzige deutsche Schachweltmeister Dr. Emanuel Lasker tat sich mit seinem Heimatland und dessen Institutionen, ob Schule, Universität oder Schachbund, schwer. Nach dem zweiten Weltkrieg zeigte die sich neu ausprägende westdeutsche Schachorganisation dann wenig Interesse, den am 11.Januar 1941 in New York verstorbenen Emigranten zu würdigen. Dieses Phänomen hatte bis zur großartigen Lasker-Konferenz in Potsdam zum 60. Todestag Laskers Bestand. Der Vortrag stellt den Lebensweg Laskers unter verschiedenen Blickwinkeln dar und versucht einige Gründe für diese "Beziehungsstörung" zu erläutern.

 

Sonntag, 29.April, 19:30 – 20:15 Uhr

Herbert Bastian: Laskers didaktisches Credo

Dr. Emanuel Lasker hat mit „Common Sense in Chess“ und mit seinem „Lehrbuch des Schachspiels“ zwei pädagogisch herausragende Werke geschaffen, die einer näheren Betrachtung aus didaktischer Sicht wert sind. Im Vortrag wird die pädagogische Einstellung Laskers analysiert und in Bezug zu seinen Zeitgenossen gesetzt. Besonderen Wert legt der Vortrag auf die Betrachtung der von Lasker ausgewählten Lehrbeispiele, und es werden Überlegungen angestellt, ob sich aus Laskers Vorgehensweise Anregungen für die Schachausbildung in der heutigen Zeit gewinnen lassen.

 

Sonntag, 29.April, 20:15 – 21:00 Uhr

Dr. Ingo Althöfer: Laskers Beiträge zur Mathematik und zur Spieltheorie Laskers

Laskers Schaffen zu Mathematik und Spieltheorie war vielseitig. Im Vortrag geht es unter anderem um Algebra (Prim-Ideale), kombinatorische Spieltheorie (verallgemeinerte Nim-Spiele) und Backgammon (dort führte Lasker das Prinzip der Monte-Carlo-Analysen ein).

 

Lasker's Chess Magazine coverMontag, 30.April, 19:30 – 20:15 Uhr

Dr. Ulrich Sieg: Laskers Judentum

Emanuel Lasker war ein herausragender Vertreter der deutsch-jüdischen Kultur. Scheinbar mühelos entwickelt er originelle Ideen und hielt zugleich an der unbedingten Geltung universaler Werte fest. Der Vortrag nähert sich der schwierigen Frage, was dem akkulturierten, mit Einstein befreundeten Juden sein Judentum eigentlich bedeutete.

 

Montag, 30.April, 20:15 – 21:00 Uhr

Dr. Michael Dreyer: Lasker und die Politik / politische Schriften

Emanuel Lasker war ein politisch denkender Mensch. In gewisser Weise ist diese Aussage redundant, denn jeder mitteleuropäische Jude mit seinem Geburtsdatum musste spätestens 1933 politisch interessiert werden. Aber nicht jeder hat mehrere Bücher und Aufsätze zur Politik geschrieben, hat sich in Deutschland, der Sowjetunion und den USA in politische Diskurse eingeschaltet und hat einen Plan für einen jüdischen Staat entwickelt - und zwar in Alaska. Der Vortrag wird versuchen, dem politischen Denker Lasker in seiner ganzen Bandbreite gerecht zu werden.